Datum: 09.09.2026

Gut vorbereitet in die Knie- oder Hüftoperation

Eine erfolgreiche Rehabilitation beginnt bereits vor dem Eingriff. Mit individuell abgestimmten Vorbereitungstagen vor einer Knie- oder Hüfttotalendoprothese (K-TEP/H-TEP) unterstützen wir Patient:innen dabei, körperlich und mental möglichst gut vorbereitet in die Operation und die anschließende Rehabilitation zu gehen.

Dieses Konzept wird als Prähabilitation bezeichnet. Dabei wird die Zeit vor einer Operation gezielt genutzt, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, individuelle Schwächen frühzeitig zu erkennen und Patient:innen auf den Behandlungs- und Rehabilitationsprozess vorzubereiten.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen den möglichen Nutzen dieses Ansatzes. Eine 2026 im Journal of the American College of Surgeons veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigt, dass bewegungs- und ernährungsbasierte Prähabilitationsprogramme vor größeren operativen Eingriffen mit weniger postoperativen Komplikationen und einer kürzeren Krankenhausaufenthaltsdauer verbunden sein können.

Individuell vorbereitet

Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit. Deshalb werden unsere Vorbereitungstage gemeinsam mit den Fachärztinnen- und ärzten für Orthopädie der Rehabilitationsklinik individuell geplant und auf den bevorstehenden Eingriff sowie die persönliche Ausgangssituation abgestimmt.

Je nach Bedarf können beispielsweise folgende Inhalte Teil der Vorbereitung sein:

  • orthopädische und funktionelle Ausgangserhebung
  • Beurteilung von Beweglichkeit, Kraft und Mobilität
  • gezielte physiotherapeutische Übungen
  • frühzeitiges Erlernen wichtiger Bewegungsabläufe für die Zeit nach der Operation
  • Beratung zu Bewegung und, bei Bedarf, Ernährung
  • Entwicklung eines individuellen Übungsprogramms für die Zeit bis zur Operation

So wird aus einem einzelnen Vorbereitungstag der Startpunkt für eine gezielte persönliche Vorbereitung, die bis zum Operationstermin fortgeführt werden kann.

Mehr Sicherheit für Patient:innen

Patient:innen wissen bereits vor dem Eingriff, was sie erwartet und was sie selbst zu ihrer Genesung beitragen können. Übungen und Bewegungsabläufe sind vertraut, persönliche Einschränkungen können frühzeitig berücksichtigt und konkrete Ziele für die anschließende Rehabilitation definiert werden.

Das schafft Orientierung, stärkt die aktive Rolle der Patient:innen und erleichtert den Übergang von der Operation in die postoperative Mobilisation und Rehabilitation.

Vorteile für das operierende Spital

Auch das Akutkrankenhaus profitiert von gut vorbereiteten Patient:innen. Funktionelle Ausgangswerte und individuelle Besonderheiten können bereits vor der Operation erhoben werden. Patient:innen kennen wichtige Übungen und Bewegungsabläufe und sind auf die Phase nach dem Eingriff besser vorbereitet.

Dadurch kann die Zusammenarbeit zwischen operierendem Krankenhaus und Rehabilitation gezielter gestaltet werden. Prähabilitation unterstützt damit eine durchgängige Versorgungskette – von der Vorbereitung über die Operation bis zur Rehabilitation.

Ein Beitrag zu einer effizienten Gesundheitsversorgung

Strukturierte präoperative Vorbereitung hat das Potenzial, postoperative Komplikationen zu reduzieren, den Behandlungsverlauf zu unterstützen und Krankenhausaufenthalte zu verkürzen. Gleichzeitig können rehabilitative Maßnahmen gezielter geplant und auf die individuellen Bedürfnisse der Patient:innen abgestimmt werden.

Damit verbindet Prähabilitation medizinische Qualität, aktive Patientenbeteiligung und einen effizienten Einsatz von Gesundheitsressourcen.

Die Vorbereitungstage sind individuell planbar und werden gemeinsam mit unseren Fachärztinnen und Fachärzten für Orthopädie auf die persönliche Situation und den geplanten Operationstermin abgestimmt.

Kostenhinweis: Die präoperative Vorbereitung ist derzeit keine reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und wird privat verrechnet. Abhängig vom persönlichen Versicherungsvertrag kann für einzelne ärztliche oder therapeutische Leistungen eine teilweise oder vollständige Kostenrückerstattung durch eine private Krankenversicherung möglich sein.